Deine Website ist irgendwann fertig geworden – und seitdem läuft sie. Aber läuft sie wirklich? Die meisten Betriebe schauen ihre eigene Seite nie wieder mit den Augen eines Kunden an. Dabei passieren die teuersten Fehler leise: ein Kontaktformular, das seit Monaten keine Nachrichten mehr zustellt, Öffnungszeiten vom vorletzten Jahr, eine Seite, die am Handy auseinanderfällt. In diesem Beitrag bekommst du einen Selbst-Check mit zehn Punkten, mit dem du deine Website überprüfen kannst – ohne Vorkenntnisse, ohne Agentur, in einer halben Stunde und mit kostenlosen Werkzeugen.
Warum du deine Website regelmäßig überprüfen solltest
Eine Website ist kein Plakat, das man einmal aufhängt und dann hängen lässt. Technik veraltet, Inhalte veralten, und Google bewertet laufend neu, wer oben steht. Der wichtigste Grund ist aber ein anderer: Deine Kunden prüfen deine Website sowieso – bei jedem Besuch. Sie merken, wenn etwas nicht funktioniert. Und sie sagen es dir nicht, sie gehen einfach zum Mitbewerber. Wer selbst regelmäßig prüft, findet die Probleme, bevor sie Kunden kosten.
Der Selbst-Check in 10 Punkten
- 1. Öffne deine Website am Handy. Mehr als die Hälfte deiner Besucher kommt über das Handy. Lädt die Seite zügig? Ist der Text lesbar, ohne zu zoomen? Lässt sich die Telefonnummer antippen? Wenn du hier schon zusammenzuckst, weißt du, was deine Kunden sehen.
- 2. Schick dir selbst eine Testanfrage. Der häufigste stille Fehler überhaupt: Das Kontaktformular geht ins Leere. Füll dein eigenes Formular aus und prüf, ob die Nachricht ankommt – auch im Spam-Ordner nachsehen. Das dauert zwei Minuten und hat schon so manchem Betrieb erklärt, warum wochenlang keine Anfragen kamen.
- 3. Googel deine wichtigste Leistung. Such nach deiner Leistung plus Ort – so, wie es ein Kunde tun würde. Wo tauchst du auf? Und wenn du dein Ergebnis anklickst: Sagt die blaue Zeile, was du anbietest, oder steht dort nur dein Firmenname?
- 4. Prüf Öffnungszeiten, Preise und Team. Stimmen die Öffnungszeiten noch – auch die Feiertagsregelung? Sind die Preise aktuell? Steht noch wer im Team, der längst weg ist? Veraltete Angaben wirken harmlos, kosten aber Vertrauen.
- 5. Miss die Ladezeit. Google stellt dafür ein kostenloses Werkzeug bereit: PageSpeed Insights. Internetadresse eingeben, fertig. Rote Werte heißen Handlungsbedarf – der häufigste Bremsklotz sind riesige Fotos, die direkt von der Kamera hochgeladen wurden.
- 6. Schau auf das Schloss-Symbol. Links in der Adresszeile deines Browsers gehört ein Schloss – es steht für eine verschlüsselte Verbindung. Warnt der Browser stattdessen mit „Nicht sicher“, schreckt das Besucher ab. Und Google auch.
- 7. Klick jeden Menüpunkt einmal durch. Auf jeder Unterseite kurz prüfen: Lädt sie? Führen alle Knöpfe und Verweise irgendwohin – oder auf „Seite nicht gefunden“? Tote Verweise entstehen schleichend, etwa wenn Seiten gelöscht oder umbenannt werden.
- 8. Lies Impressum und Datenschutzerklärung. Beides ist Pflicht. Sind sie vorhanden, auffindbar und aktuell? Stimmt der Firmenwortlaut? Das ist kein Schönheitsthema – hier drohen sonst Abmahnungen und Strafen von der Behörde.
- 9. Vergleiche deinen Google-Maps-Eintrag. Dein Google-Unternehmensprofil erscheint bei regionalen Suchen oft vor deiner Website. Stimmen Öffnungszeiten, Telefonnummer und Fotos dort mit der Website überein? Widersprüche verwirren Kunden – und Google.
- 10. Lass eine zweite Person testen. Bitte jemanden, der deine Seite nicht kennt, eine konkrete Aufgabe zu lösen: „Finde heraus, wie man bei uns anfragt.“ Schau zu, wo die Person hängen bleibt – und sag nichts. Du wirst überrascht sein.
Diese kostenlosen Werkzeuge helfen dir dabei
Du brauchst für den Selbst-Check keine kostenpflichtigen Analyse-Programme – schon gar keine, die dir nach dem Gratis-Test ein Abo verkaufen wollen. Drei Dinge reichen: dein Handy, PageSpeed Insights für die Geschwindigkeit und die Google Search Console. Letztere zeigt dir direkt von Google, bei welchen Suchbegriffen deine Website erscheint, auf welcher Position sie steht und wie oft sie angeklickt wird. Wie du diese Zahlen liest und was du daraus machst, haben wir im Beitrag über das Google-Ranking beschrieben.
Was der Selbst-Check nicht sehen kann
Ehrlicherweise: den Blick unter die Haube. Ob Zusatzprogramme veraltet sind, ob es getestete Sicherungskopien gibt, ob Sicherheitslücken offen stehen und ob die Struktur der Seite für Google sauber aufgebaut ist – das sieht man von außen nicht, auch mit viel Geduld nicht. Für WordPress-Websites haben wir das Thema im Beitrag über die WordPress-Betreuung aufgeschrieben. Und wenn dein Selbst-Check gleich an mehreren Punkten scheitert, lohnt ein nüchterner Blick auf die Frage, ob Flicken noch wirtschaftlich ist – die Warnsignale dafür stehen im Beitrag über den Website-Relaunch.
Häufige Fragen zum Website-Check
Wie oft sollte ich meine Website überprüfen? Den kompletten Selbst-Check alle drei bis sechs Monate – und zusätzlich nach jeder größeren Änderung an der Seite. Die Testanfrage übers Kontaktformular ruhig öfter, sie kostet zwei Minuten.
Was kostet eine professionelle Website-Prüfung? Eine erste Analyse bekommst du bei vielen Agenturen kostenlos – bei uns auch. Vorsicht bei automatisch erstellten Gratis-Berichten, die vor allem rote Warnbalken zeigen: Zahlen ohne Einordnung machen Angst, aber nicht klüger.
Bei mir funktioniert eh alles – muss ich trotzdem prüfen? Genau dann. Die teuersten Fehler sind die stillen: Ein Formular, das ins Leere geht, fällt dir erst auf, wenn du dich wunderst, warum seit Wochen niemand anfragt.
Der nächste Schritt
Wenn du beim Durchgehen der zehn Punkte etwas gefunden hast – oder wissen willst, wie deine Website unter der Haube dasteht –, schauen wir sie uns gerne an. Mit echten Zahlen statt Buzzwords, aus Bad Schwanberg in der Weststeiermark, mit kurzen Wegen und einem festen Ansprechpartner. Melde dich bei uns, das Erstgespräch kostet nichts außer einer halben Stunde.
